Begleitung und Wertschätzung für die jungen Mitarbeiter

Im Alten- und Pflegeheim Maria Frieden Ebersteinburg wird nicht nur auf ein Ausbildungskonzept sondern auch auf die Ausbildungskultur Wert gelegt

Im Herbst haben drei junge Menschen ihre Ausbildung zu examinierten Altenpflegekräften im Alten- und Pflegeheim Maria Frieden in Ebersteinburg begonnen. Trotz der rückläufigen Nachfrage ist das Team froh darüber, dass insgesamt neun Altenpflegeschüler sich für eine Ausbildung in Maria Frieden entschieden haben. Ganz besonders erfreulich ist, dass immer wieder Kinder und auch andere Bekannte und Verwandte der eigenen Mitarbeiter sich für einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz in der Einrichtung entscheiden. Die Präsenz auf Ausbildungsmessen, eine punktuelle, zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit, z.B. an Schulen und im Internet, und nicht zuletzt der gute Ruf des Hauses sind die zentralen Faktoren für eine zufriedenstellende Anzahl an Bewerbungen.

Leitfaden begleitet die Azubis

Die kompetente und qualifizierte Ausbildung der Altenpflegeschüler wird sehr ernst genommen. Mit dem eigens dafür entwickelten Ausbildungskonzept erhalten die Auszubildenden einen Leitfaden an die Hand, der sie während ihrer gesamten Lehrzeit begleitet. Es ist sehr wichtig, dass sich die Auszubildenden von Anfang an wohl- und willkommen fühlen. Daher werden sie gemeinsam von der Heim- und Pflegedienstleitung, den Mentoren sowie den Praxisanleitern begrüßt. In einer Vorstellungsrunde können erste Kontakte untereinander geknüpft werden. Dabei erhält jede/r Auszubildende eine Einarbeitungsmappe mit allen wichtigen Informationen wie beispielsweise dem Träger- und Einrichtungsleitbild. Checklisten helfen den neuen Mitarbeitern die Besonderheiten in der Einrichtung wie z.B. seelsorgerische Betreuung, Gottesdienste, Krankensalbung oder Aussegnung kennenzulernen. Auch das Verhalten im Brandfall, der Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen, der richtige Einsatz von Pflegehilfsmitteln und eine Schulung der Hygienevorschriften gehören zu den Lerninhalten in den ersten drei Monaten.

Persönliche Betreuung

Die zuständigen Praxisanleiter führen die Auszubildenden durch die Einrichtung und stellen sie auch den Mitarbeitern der einzelnen Wohnbereiche vor. Um eine gute individuelle Einarbeitung zu gewährleisten, sind im gesamten ersten Ausbildungsmonat alle Schüler zusätzlich im Dienstplan eingeplant. Diese enge Begleitung zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausbildungszeit. Anleitungen und praktische Übungen werden im Dienstplan geplant aber auch im Tagesablauf individuell und fallbezogen durchgeführt. Die stellvertretende Pflegedienstleiterin Ulrike Schäfer koordiniert dabei personell, inhaltlich und zeitlich die Lehreinheiten und sorgt damit für eine optimierte Erreichung der Lernziele. Zudem pflegt sie den Kontakt zu allen drei Altenpflegeschulen im Umkreis. Vor Prüfungen und Praxisbesuchen haben die Auszubildenden die Möglichkeit, mit Ulrike Schäfer Tätigkeiten, bei denen Unsicherheiten bestehen, zu üben. So kann eine Prüfungssituation simuliert werden und die Auszubildenden lernen eine sichere und selbstständige Arbeitsweise.

Gute Erfahrungen auch mit Wiedereinsteigern

Gute Erfahrungen wurden sowohl mit jungen Auszubildenden und Wiedereinsteigern gemacht. Mit Unterstützung einer Maßnahme der Arbeitsagentur (WeGeBau) werden gezielt langjährige Pflegehelfer, auch aus den eigenen Reihen, zu Pflegefachkräften ausgebildet. Der überwiegende Teil der Absolventen werden nach der dreijährigen Ausbildung übernommen. Dadurch gelingt es, die konstant hohe Fachkraftquote aus eigenen Mitarbeitern aufrecht zu erhalten.

Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungsangebote werden die Mitarbeiter motiviert, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Alle Berufsgruppen leben den Leitspruch der Einrichtung: „Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein wie ich bin.“ Voraussichtlich 2016 wird die generalistische Pflegeausbildung eingeführt.

Die drei Pflegefachberufe „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ und „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ werden dabei zusammengeführt. Pflegekräfte sollen künftig fachübergreifend ausgebildet werden, um eine qualifizierte Versorgung akut und chronisch kranker Menschen jeder Altersstufe und auch die Pflege von multimorbiden, psychisch kranken oder demenzkranken älteren Menschen flexibel und kompetent zu gewährleisten. Die genauen Rahmenbedingungen dieser generalistischen Ausbildung sind noch nicht abschließend geklärt. Jedoch steht heute schon fest, dass sich Pflegeheime generell öffnen und zusätzliche Strategien zur Schülergewinnung entwickeln und etablieren müssen. Dieser Prozess muss vorausschauend, innovativ und aktiv gestaltet werden, um auch künftig qualifizierte Pflegeschüler für die Einrichtungen der Altenhilfe zu gewinnen.